- ADHS - LRS - Dyskalkulie - Hochsensibilität -
Warum Lernen manchmal so viel Kraft kostet?
Aktive frühkindliche Reflexe können oft die Ursache dafür sein
Normalerweise entwickeln sich nicht steuerbare Reflexe im Babyalter zu steuerbaren Bewegungen weiter – das Gehirn baut eine stabile Autobahn für Informationen. Bleiben diese Reflexe bestehen, wirken sie wie kleine Störsender im Nervensystem. Das Kind ist dann ständig damit beschäftigt, unwillkürliche Körperimpulse zu kontrollieren, wodurch wichtige Kapazitäten für Aufmerksamkeit, Lesen oder Rechnen blockiert werden.
Eine Reflexintegration hilft Kindern und Jugendlichen, ihre Konzentration zu verbessern, innere Blockaden zu lösen und ihr Potenzial zu entfalten.
Warum entstehen diese Schwierigkeiten?
Diese Liste zeigt deutlich, dass viele Probleme, die wir als „Konzentrationsstörung“ (ADHS), „Lese-Rechtschreib-Schwäche“ (LRS) oder „Dyskalkulie“ bezeichnen, oft eine tieferliegende, motorische Ursache haben können. Wenn die Basis (die Reflexe) nicht stimmt, gleicht das Lernen dem Versuch, ein Haus auf Treibsand zu bauen.
Wichtig: Kaum ein Kind zeigt alle diese Symptome. Oft ist es nur ein einziger Reflex, der nicht vollständig integriert ist und wie eine Bremse im Lernalltag wirkt.
| Reflex | Integriert (Normalzustand) | Persistierend (Auffälligkeiten im Alltag) |
| Moro-Reflex (Schutzreflex) | Das Kind ist belastbar, kann Reize filtern und ist emotional stabil. | Dauerstress: Überempfindlich gegen Lärm/Licht, Trennungsangst, Wutausbrüche, geringes Selbstwertgefühl. |
| TLR (Tonsicher Labyrinthreflex) | Gute Körperhaltung, sicheres Gleichgewicht und Raumgefühl. | Haltungsprobleme: Schlaffe Haltung („Lümmeln“) oder Gehen auf Zehenspitzen, Probleme mit räumlichem Denken (oben/unten, vor/zurück). |
| ATNR (Asym. Tonischer Nackenreflex) | Die rechte und linke Körperseite arbeiten harmonisch zusammen. | Schreibprobleme: Die Hand öffnet sich, wenn der Kopf gedreht wird. Kind dreht das Heft beim Schreiben extrem schräg, Probleme beim Überkreuzen der Körpermitte. |
| STNR (Sym. Tonischer Nackenreflex) | Beugen und Strecken von Armen und Beinen erfolgt unabhängig. | Abschreibfehler: Der Fokuswechsel zwischen Tafel und Heft fällt schwer. Kind „lümmelt“ auf dem Tisch oder schlingt die Beine um die Stuhlbeine. |
| Galan-Reflex (Rückenreflex) | Das Kind kann ruhig sitzen; die Wirbelsäule ist unempfindlich gegenüber leichtem Druck. | Zappeligkeit: Das Kind kann nicht stillsitzen („Zappelphilipp“). Kleidung am Rücken oder die Stuhllehne stören. Oft Bettnässen über das 5. Lebensjahr hinaus. |
| Greifreflex (Palmarreflex) | Feine Fingerfertigkeit, lockere Stifthaltung und lockerer Griff. | Verkrampfte Hand: Drückt beim Schreiben zu fest auf, schlechtes Schriftbild, Mundbewegungen beim Schneiden oder Schreiben (Mitbewegungen). |
Was bringt die Integration frühkindlicher Reflexe?
Die Reflexintegration setzt genau dort an, wo die Entwicklung ins Stocken geraten ist. Man kann es sich wie ein „Nachreifen“ des Nervensystems vorstellen. Anstatt nur die Symptome (wie schlechte Noten oder Zappeligkeit) zu bekämpfen, wird die Ursache an der Wurzel angepackt.
Hier ist eine Übersicht, was die Reflexintegration konkret bewirkt:
1. Befreiung kognitiver Ressourcen
Wenn die Reflexe integriert sind, muss das Gehirn keine Energie mehr aufwenden, um unwillkürliche Bewegungen zu unterdrücken.
Der Effekt: Das Kind hat plötzlich „den Kopf frei“ für den Unterrichtsinhalt. Die Konzentrationsspanne verlängert sich deutlich, da das Stillsitzen keine Kraftanstrengung mehr ist.
2. Automatisierung von Bewegungen
Die neuronale „Autobahn“ wird fertiggestellt. Grundlegende Fertigkeiten müssen nicht mehr bewusst gesteuert werden.
Schreiben: Die Handverkrampfung lässt nach, das Schriftbild wird flüssiger.
Lesen: Die Augenmuskulatur arbeitet harmonisch, Zeilen werden nicht mehr übersprungen.
Sport: Die Koordination von Armen und Beinen verbessert sich (wichtig beim Schwimmen oder Fahrradfahren).
3. Emotionale Stabilität und Entspannung
Da der Körper aus dem permanenten „Alarm-Modus“ (besonders beim Moro-Reflex) herauskommt, verändert sich das Verhalten:
Das Kind wird belastbarer und reagiert weniger frustriert auf Fehler.
Die Geräuschempfindlichkeit nimmt ab.
Das Kind fühlt sich in seinem eigenen Körper „zu Hause“ und sicherer.
Die Vorteile auf einen Blick
Durch einfache, gezielte Bewegungen geben wir dem Gehirn eine ‚zweite Chance‘, die motorischen Grundlagen zu festigen, damit Lernen und Alltag endlich ohne unnötigen Kraftaufwand gelingen.
| Bereich | Vorher (mit aktiven Reflexen) | Nachher (nach der Integration) |
| Schule | Lernen ist harte Arbeit trotz Fleiß. | Lernen wird leichter und effizienter. |
| Körper | Kind wirkt ungeschickt oder hyperaktiv. | Sichere Motorik und gute Körperhaltung. |
| Psyche | Schnell gestresst, geringes Selbstvertrauen. | Innere Ruhe und gestärktes Selbstbewusstsein. |
| Hausaufgaben | Täglicher Kampf und Tränen. | Hausaufgaben werden zügiger erledigt. |
Über mich
„Ich glaube daran, dass jedes Kind einzigartig ist und mehr kann, als es selbst denkt. Manchmal müssen wir nur versteckte Hindernisse aus dem Weg räumen.“
Mein Name ist Elena Rauch. Ich bin approbierte Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche und zertifizierte Spezialistin für die Integration frühkindlicher Reflexe und die Entwicklungsförderung von Kindern.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie Kinder schon nach wenigen Wochen ruhiger werden, leichter lernen und neues Selbstvertrauen entwickeln.